Schauenburg

Sie gehörte zu dem System von Burgen, die Schwarzwaldübergänge 
sichern sollten, hier speziell die West-Ost-Verbindung von Straßburg 
durch das Renchtal über den Kniebis und Freudenstadt ins Neckartal 
nach Schwaben.

Als Heiratsgut für Luitgard, der Tochter des Zähringerherzogs 
Berthold II., die mit Gottfried von Calw verheiratet war, gelangte die 
Burg an die Grafen von Calw. Alleinerbin war Luitgards Tochter Uta, 
geb. Gräfin von Calw, gen. von Schauenburg (nach ihrem Wohnsitz 
auf der Burg), die um 1130 Herzog Welf VI. heiratete. Sie ist die 
Gründerin des berühmten Klosters Allerheiligen, das im Mittelalter die 
Grablege der Familie von Schauenburg war. Überliefert ist die Sage 
von der Gründung des Klosters in Allerheiligen, nach der Uta von 
Schauenburg einen Esel mit Goldsäcken über den Sohlberg treiben 
liess. Dort wo der Esel Rast machte, sollte das Kloster gebaut werden.

1133 belagerten die Zähringer die Schauenburg, um zu verhindern, 
dass das zähringische Erbe der Grafen von Calw den Welfen in die 
Hände falle. Jedoch verhinderte das Einschreiten von Kaiser Lothar 
die Eroberung und so kam die Burg nach dem Tod Utas 1197 zunächst 
doch in welfischen Besitz. Nach dem Tod Welfs VI. fiel die Burg an 
Kaiser Heinrich VI. und wurde Reichsburg. Schließlich konnten sich 
jedoch die Grafen von Eberstein, Verwandte Utas, den Besitz der 
Burg sichern.

Bis zu ihrem Aussterben (1660) waren dann die Grafen von 
Eberstein Lehensherren der Burg, die ihren Besitz allerdings 
zeitweise (um 1450) an die Markgrafen von Baden verpfänden 
mussten. Nach 1660 folgten diese dann den Ebersteinern als 
Lehensherren der Burg.

Neben dem Wohnsitz auf der Burg hatten die Schauenburger - wie auch die anderen Adeligen in der Gegend - zu dieser Zeit auch Wohnungen in der Stadt, vor allem in Oberkirch, aber auch in Offenburg und Straßburg. Verwalter und Archiv bleiben jedoch auf der zunehmend reparaturbedürftigen Burg.

Im 17. Jahrhundert wurde der im Tal gelegene Gutshof in Gaisbach, das heutige Schloß Gaisbach, zum eigentlichen Stammsitz. Der berühmte deutsche Dichter Johann Jakob von Grimmelshausen ließ als schauenburgischer Verwalter nach Ende des dreißigjährigen Krieges in den Jahren 1650-1660 den Südturm der Schauenburg abtragen und die Steine ins Tal rollen zum Aufbau des Gaisbacher Schlosses. Johann Jakob von Grimmelshausen als Verwalter des Hans Reinhard von Schauenburg (Verteidiger von Offenburg) war auch Wirt im Gasthaus zum Silbernen Stern in Gaisbach, wo auch heute noch gemütliche Gastlichkeit gepflegt wird.

Die Burg verfiel allmählich und war spätestens um 1730 Ruine. Erst den Bemühungen Emils von Schauenburg (1826-1908) ist es zu verdanken, dass die Reste der Burg erhalten und gesichert werden konnten. Auch dem Schloß Gaisbach gab er mit großen Umbauten sein heutiges Aussehen. Noch heute leben die Nachkommen der Herren von Schauenburg im Gaisbacher Schloß.

Der jetzige gut erhaltene Zustand der Burgruine ist dem "Förderverein zu Erhaltung der Ruine Schauenburg e.V." zu verdanken, der 1975 von Stadtrat Rudolph Zillgith gegründet wurde. Der Förderverein hat mit engagierten freiwilligen Helfern aus der Region die Burg vom Efeu befreit und die Bausubstanz erhalten.